Die Arbeit mit dem Tod und dem Prozess des Sterbens ist ein zentraler Bestandteil der schamanischen Arbeit. Die meisten Schamaninnen und Schamanen hatten an irgendeinem Punkt ihres Lebens eine intensive Begegnung mit dem Tod. Deshalb sind sie wohlvertraut mit der „Kosmologie“, in die die Toten nach dem Sterben eingehen, und fühlen sich dort sicher.  
 
Diese sichere Vertrautheit kann für Menschen, die sich im Stadium des Übergangs befinden, und deren Angehörige außerordentlich hilfreich sein. Aus schamanischer Sicht ist der Tod nie das Ende, sondern lediglich der Abschluss einer Phase in der Reise einer Seele. Er stellt den Übergang von einem Daseinszustand (einem physischen) in einen anderen Daseinszustand dar. 
 
Schamanisch Praktizierende können Sterbenden und deren Angehörigen auf dreifache Weise wertvollen Beistand und Trost geben. Erstens können sie Sterbenden helfen, einen Großteil der Angst vor dem Sterben abzulegen und vor dem, was nach dem Tod vielleicht kommen mag. Wenn ein Sterbender es wünscht, kann er selbst lernen, schamanisch zu reisen (oder zu meditieren) und sich die Landschaft im Jenseits zeigen zu lassen, in der ihn hilfreiche Geister erwarten (oft Angehörige, die bereits verstorben sind). Das wird ihm helfen, die Furcht vor dem Unbekannten zu verlieren, ebenso wie die Angst vor einer Bestrafung nach dem Tod, die oft durch Glaubenslehren verursacht wird.
 
Zweitens kann ein Praktizierender Menschen beistehen, die einen Angehörigen verloren haben, indem er Kontakt zu dem Verstorbenen aufnimmt und tröstliche, beruhigende und liebevolle Botschaften überbringt. Das kann außerordentlich hilfreich sein, wenn jemand unerwartet verstorben ist und die Familienmitglieder nur wenig oder gar keine Zeit hatten, sich zu verabschieden oder sich vorzubereiten. Kontakt mit einem Verstorbenen aufzunehmen ist immer möglich, auch viele Jahre nach dessen Tod. Im Jenseits ist Zeit einfach kein Faktor.
 
Die dritte wichtige Funktion des Schamanen im Zusammenhang mit dem Tod und dem Sterbeprozess ist die Psychopomp-Arbeit. Das Wort Psychopomp leitet sich von dem griechischen Wort Psychopompos ab, das „Seelengeleiter“ bedeutet. In Vorbereitung auf seine Rolle als Psychopomp wird der/die schamanisch Praktizierende darin geschult, Seelen ausfindig zu machen, die gestorben, aber nicht ins Jenseits übergegangen sind. Das kann etwa geschehen, wenn jemand sehr plötzlich oder auf traumatische Weise gestorben ist; die Seele kann sich dann als Geist oder Poltergeist manifestieren. Manchmal hat jemand auch einfach das Gefühl, dass ein verstorbener Freund oder Verwandter aus irgendeinem Grund nicht „in Frieden ruht“. Wenn der Psychopomp eine solche Seele gefunden hat, geleitet er sie sicher ins Jenseits.

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