In der schamanischen Welt hat die Seele die Freiheit, verschiedene Wirklichkeiten zu erforschen. So gesehen erleben wir alle Nacht für Nacht einen teilweisen Seelenverlust, wenn wir träumen. Dies ist etwas, das uns vertraut ist. Die Seele kehrt jeden Morgen sicher zurück, und wir setzen unser Leben in der alltäglichen Wirklichkeit fort. Es kann auch vorkommen, dass die Seele den Körper verlässt, wenn wir uns in einer bedrohlichen Situation befinden (oder in einer, die wir als bedrohlich empfinden). Dies schützt uns davor, von der negativen Erfahrung überwältigt zu werden, und normalerweise kehrt der „verlorene“ Seelenteil zurück, sobald die Gefahr vorüber ist.

Manchmal jedoch reist die Seele entweder zu weit und kann den Weg zurück nicht mehr finden, oder sie hält sich verborgen, aus Angst, in eine bedrohliche Situation zurückkehren zu müssen. In diesem Fall findet ein Seelenverlust statt, und schamanische Intervention wird nötig.

Die Ursachen für einen Seelenverlust können ganz unterschiedlicher Natur und ganz unterschiedlich gravierend sein. Meist ist ein Seelenverlust auf ein physisches oder emotionales Trauma zurückzuführen, wie etwa Missbrauch, plötzlicher Schock, extreme Angst, Verlust eines Angehörigen, Unfälle, Kriegserlebnisse, Operationen, Drogen- oder Alkoholmissbrauch, Naturkatastrophen oder andere Umstände, die der Klient als traumatisch erlebt.

Der/die schamanisch Praktizierende tritt dann als „Vermittler/in“ zwischen dieser Welt und der Geisterwelt auf, in der sich die verlorenen Seelenteile aufhalten, um die Seelenteile zu finden und dem Klienten auf sichere Weise in diese Realität zurückzubringen. Die Seelenteile kehren intakt zurück, befreit vom ursprünglichen Trauma. Entscheidend für die erfolgreiche Durchführung dieser Zeremonie ist die Fähigkeit des/der schamanisch Praktizierenden, in Trance in die „nicht-alltägliche“ Wirklichkeit zu reisen und vertraute, verbündete Geister zu Hilfe zu rufen. Tatsächlich sind es dann diese Geister, die bei der Suche nach den verlorenen Seelenteilen die Führung übernehmen.

Wer braucht eine Seelenrückholung? Die Antwort darauf ist genauso komplex und vielschichtig wie die Ursachen für einen Seelenverlust. Mit Sicherheit zählen Menschen dazu, die schwer krank sind, die süchtig sind bzw. Suchtmittel missbrauchen, die in unendlicher Trauer gefangen sind oder an Immunschwächekrankheiten leiden. Die Symptome können aber auch subtiler sein – etwa ein Gefühl, dass man sein Leben nicht im Griff hat, das unangenehme Empfinden, nicht im eigenen Körper, nicht „ganz da“ zu sein oder ein nagendes Gefühl, dass im Leben etwas fehlt. Auch Menschen, die in einer Sackgasse stecken und allen Anstrengungen zum Trotz nicht mehr herausfinden, haben oft einen Seelenverlust erlitten. Und ein Hinweis, der immer zuverlässig ist, ist das instinktive Gefühl, dass man einfach eine Seelenrückholung braucht!    

Die Zeremonie der Seelenrückholung ist durch und durch stärkend und neu belebend. Sie bringt dem Klienten ein Gefühl von Ganzheit, Harmonie und Fülle zurück. Viele finden zu einem ganz neuen Vertrauen auf das Leben. Nach einer Seelenrückholung berichten Klienten oft, dass sie den Eindruck haben, ein völlig neues Leben zu führen, dass sie sich lebendig fühlen, sich zum ersten Mal als ganz erleben und auf völlig neue Weise fähig sind, ihre Träume und Ziele zu verfolgen. Die Seelenrückholung zählt zu den schönsten und anrührendsten schamanischen Aufgaben – diese Zeremonie ist wahrhaft ein Geschenk des allumfassenden Geistes.

Allen, die mehr über Seelenrückholung erfahren möchten, kann ich das Buch „Soul Retrieval: Mending the Fragmented Self“ von Sandra Ingerman wärmstens empfehlen (Harper San Francisco; Titel der deutschen Ausgabe: „Auf der Suche nach der verlorenen Seele. Der schamanische Weg zur inneren Ganzheit.“). Ausführlichere Erörterungen zum Thema Seelenrückholung finden sich auch auf der Website www.shamanlinks.net

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